Die richtige Cashmere-Pflege I
Andrea Karg verrät die Top 6 Tricks!

Cashmere Mode ist nachhaltig, wärmt angenehm und steht für höchste Qualität und Langlebigkeit. Viele Gründe sprechen für das exklusive Material, deshalb lieben wir es besonders im Winter. Doch wie pflegt man Cashmere richtig? Profi Andrea Karg von Allude verrät uns im Interview alles über die richtige Cashmere-Pflege.

Cashmere steht für Luxus, Leidenschaft und Qualität. Warum ist das Garn so kostbar und begehrenswert?

Cashmere ist ein natürlicher und nachhaltiger Rohstoff und wird von Cashmere-Ziegen gewonnen. Sie bewohnen die Gebirge (bis zu 5000 Meter Höhe) in der Mongolei oder im Himalaya. Das Klima, in dem die Ziegen leben, ist extrem kalt, oftmals bis zu 30 Grad minus. Angepasst an dieses Wetter besitzen die Tiere eine extrem feine und dichte Unterwolle, die sie vor dieser Kälte schützen. Und genau diese Unterwolle wird mit dem Fellwechsel einmal jährlich ausgekämmt.

Die Gewinnung von Cashmere hat eine jahrhundertealte Tradition. Schon 1000 vor Christus wurde in der Region Kaschmir die feine Unterwolle der Tiere handwerklich zu Textilien verarbeitet. Damals wie heute wurde die Wolle nicht geschoren, sondern aus dem Unterhaar der Ziege gekämmt. Es handelt sich hierbei um das feinste Bauchhaar.

Cashmere ist aus diesem Grund sehr kostbar, weil pro Tier nur ca. 100 Gramm Unterfell gewonnen werden können (für einen Pulli braucht man aber 200-300 Gramm). Für die Weiterverarbeitung sind lange, dünne und weiße Haare am beliebtesten. Nicht umsonst gilt es als das begehrteste Garn der Welt!

Cashmere-Produkte gibt es derzeit in allen Preisklassen. Worauf sollte man beim Kauf unbedingt achten? Gibt es Cashmere Qualitätsmerkmale?

Bei angeblichen 100% Cashmere Pullovern unter 200 Euro sollte man schon stutzig werden. Wenn man sich gar nicht sicher ist, verlassen Sie sich auf den Geruchssinn, denn gutes, hochwertiges Cashmere hat von Haus aus einen ganz leichten Naturduft.

Benötigt Cashmere-Mode eigentlich eine spezielle Pflege?

Ja, unbedingt! Das Cashmere Haar ist wie unser Haar auf die richtige Pflege angewiesen. Zu heißes Waschen oder Weichspüler zerstören die Faser. Eigene Cashmere-Waschmittel oder ein sehr gutes Shampoo – ein einfaches Hausmittel bestehend aus 1 EL Kinder-Penaten-Haarwaschmittel und 1 EL Entkalter – versorgen das Haar mit den richtigen Inhaltsstoffen.

Gibt es etwas, das man auf alle Fälle im Alltagsgebrauch vermeiden sollte?

Finger weg von Fusselrasierer! Wenn man ungeübt ist, schneidet man damit schnell ein Loch ins Material, was sehr schade ist. Es gibt aber einen eigenen Cashmerekamm, er zieht nur die losen Haare heraus, ohne das Material zu schädigen. Auch sollte man seine Cashmere-Sachen immer liegend trocknen und aufbewahren. Sonst verlieren sie ihre Form.

Cashmere-Pflege klingt nach viel Zeitaufwand. Was macht man, wenn es einmal schnell gehen soll?

Man muss den Pullover nicht nach jedem Tragen waschen – Lüften und zwischen dem Tragen mindestens 24 Stunden Ruhe gönnen, reicht. Ein paar Spritzer Refresher drauf – fertig.

Was sind die häufigsten „Wehwechen“ bei Cashmere-Stücken?

Wehwechen hat das Material an sich keine, es ist viel beständiger als man denkt – wenn man es richtig pflegt. Durch Reibung bilden sich aus losen Härchen Knoten, so genanntes Pilling. Das ist kein Qualitätsmangel, sondern liegt an der Strickart und den losen Fasern. Durch regelmäßiges Entpillen und Waschen wird diese Knötchenbildung immer weniger und verschwindet bald ganz.

ZUSAMMENGEFASST

Wie sehen die 6 wichtigsten Tipps für die richtige Cashmere-Pflege aus?

  1. Ob Cashmere-Pullover oder andere Produkte aus diesem Material, sie sollten auf alle Fälle liegend aufbewahrt werden.
  2. Entpillen! Je öfter man die kleinen Knötchen mit dem Wollkamm entfernt, umso weniger tritt Pilling auf.
  3. Waschen Sie Cashmere mit dem Woll-Programm in der Maschine. Die Fasern lieben es gewaschen zu werden. Schleudern bei 900 Umdrehungen sind ideal. Noch schöner werden die Fasern, wenn Sie Cashmere sofort nach dem Waschgang für 10 Minuten in den Trockner geben, nach 2 Stunden wiederholen Sie den Trockner-Vorgang.
  4. Nie Weichspüler verwenden.
  5. Auf keinen Fall zu warm waschen. 30°C sind bereits zu heiß. Im Vergleich: „Handwarm“ sind ca. 37°C, das zerstört die Eiweißbausteine im Haar definitiv und die Cashmere-Fasern verkleben.
  6. Sollte der Pullover an „Flauschigkeit“ verloren haben, legen Sie ihn einfach im trockenen Zustand für ca. 2 Tage in einem Beutel in das Eisfach. Danach ist er wieder herrlich weich.

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